Im Ernstfall sind wir vernünftiger, als wir glauben – Markus Röck über Krisen, Zusammenhalt und Zuversicht
Shownotes
Wie bleibt eine Gesellschaft in Krisenzeiten handlungsfähig? Und was bedeutet Führung, wenn jede Minute zählt?
Darüber sprechen Johannes zu Eltz, katholischer Priester und ehemaliger Stadtdekan von Frankfurt, und Peter Smeets, Rechtsanwalt in Frankfurt, im Diskurs mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie geben uns Einblicke, wie Zuhören, gute Argumente und die Suche nach Lösungen weiterhelfen können – für die Schönheit der Vernunft. Informativ, unterhaltsam, klug. Die fünfte Folge von “Vernunft nochmal!” widmet sich der Frage, wie eine Gesellschaft in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt. Markus Röck, Branddirektor der Stadt Frankfurt, erzählt, wie Haupt- und Ehrenamt zusammenwirken, warum Führung vor allem Selbstwirksamkeit bedeutet und weshalb Einsatzkräfte immer öfter angegriffen werden. Er zeigt, wie wir der Angst vor Krieg, Blackout und Hitze mit Vorbereitung begegnen können – und was jede und jeder Einzelne tun kann: die Nachbarn kennenlernen.
Zentrale Aussagen
Die Frankfurter Feuerwehr verbindet Haupt- und Ehrenamt zu einem schlagkräftigen System und ist damit ein Vorbild in Sachen Resilienz. Mit rund 160.000 Rettungsdiensteinsätzen im Jahr ist Frankfurt nie in einem Zustand, in dem nichts passiert – entscheidend ist, auch bei mehreren parallelen Einsätzen handlungsfähig zu bleiben. Moderne Führung heißt, Selbstwirksamkeit zu aktivieren: klare Ziele setzen und viele Menschen möglichst selbstorganisiert wirksam werden lassen. Je abstrakter eine Gefahr ist, desto mehr Angst macht sie. Wer Szenarien durchdenkt und sich vorbereitet, nimmt ihnen den Schrecken. Der Rettungsdienst ist keine Dienstleistung wie ein Lieferdienst, sondern eine hoheitliche Aufgabe, die wir als Staatsbürger einander zur Verfügung stellen. Angriffe auf Einsatzkräfte sind Ausdruck einer schleichenden Entfremdung vom Staat – Ohnmacht und Frust bei den Betroffenen sind die Folge. Hitzewellen und Vegetationsbrände zeigen schon heute, dass Klimawandel keine abstrakte Gefahr mehr ist; unsere Systeme müssen auf Dauerbelastung statt nur auf Einsatzspitzen ausgelegt werden.
Gastgeber
Ein Priester und ein Rechtsanwalt, seit Jahren im Dialog.Johannes zu Eltz (römisch-katholischer Priester, Domkapitular des Bistums Limburg, ehemaliger Stadtdekan von Frankfurt am Main) und Peter Smeets (Rechtsanwalt in eigener Kanzlei in Frankfurt am Main) sprechen mit wechselnden Gästen über die großen Fragen unserer Zeit. Wie können wir im Gespräch zu mehr Verständigung und Orientierung finden? Darüber sprechen wir un unserem Podcast „Vernunft nochmal!“ mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie geben uns Einblicke, wie Zuhören, gute Argumente und die Suche nach Lösungen weiterhelfen können – für die Schönheit der Vernunft. Informativ, unterhaltsam, klug.
Eine Audioproduktion von VOX-OVER
Transkript anzeigen
00:00:00: Also sagen wir so knapp fünfzehntausend Einsätze klassisch Feuerwehr.
00:00:04: Das heißt, wir haben eigentlich in der Stadt immer irgendwelche Einsätze die parallel stattfinden.
00:00:08: das heißt unser Auftrag ist es diese Lage wie wir das nennen zu managen Ressourcen
00:00:13: zu verschieben
00:00:14: immer am Puls zu sein.
00:00:15: Diese Stadt hat nie den Zustand dass gerade nichts passiert.
00:00:21: Vernunft
00:00:21: noch mal!
00:00:22: Der Podcast von Peters Metz und Johannes Zuels.
00:00:25: Heute zu Gast Markus Röck.
00:00:30: Lieber Herr Röcks, wer heißen Sie?
00:00:32: Ganz herzlich als unseren Gast heute willkommen.
00:00:34: Freuen uns, dass Sie unsere Gesprächspartner sind und schön, dass sie hier sind!
00:00:39: Vielen Dank.
00:00:39: Ich bin sehr neugierig was jetzt passiert?
00:00:41: Ich
00:00:41: darf Sie kurz unseren Zuhörerinnen und Zuhören vorstellen.
00:00:45: Sie haben als ausgebildeter Elektroniker- und Diplomingenieur für Umweltschutztechnik Ihre Berufsfeuerwehrlaufbahn als Brandreferendar in München im April zwanzigneun begonnen.
00:00:56: Im April zwantsich elf waren sie dann in verschiedenen Funktionen in der Branddirektion der Stadt Frankfurt, also der öffentliche Feuerwehrtätig bis sie im März twenty-fünfundzwanzig zum Amtsleiter der Brand Direktion ernannt wurden.
00:01:10: Die für den Brandschutz zuständige Ordnungsdezernentin Annette Rinn sagte damals in einem Interview mit der neuen Frankfurter Presse – ich freue mich unglaublich dass er es machen will!
00:01:20: Er ist nicht nur ein hervorragender Feuerwehrmann ,er ist auch sehr beliebt in den Reihen.
00:01:24: Er ist in ganz Deutschland definitiv der beste Mann für diese Aufgabe.
00:01:41: Also das ist die große Linie, die wir ziehen.
00:01:43: Wir haben aber auch ... Wir stellen uns unser Zuhörer vor und wollen dass die von dem was hier besprochen wird etwas haben, dass sie was kapieren können, dass Sie sich interessieren können.
00:01:52: Dass sie auch unterhalten werden von der Art wie wir es machen.
00:01:55: Und das ist Gefühl haben.
00:01:56: vernunft.
00:01:57: noch mal Das macht doch Spaß.
00:02:00: Drei Dinge müssen wir jetzt erstmal für die Klammer ziehen.
00:02:03: Das erste Wie kommt man zu so einem fulminanten Lob am ersten Tag des Dienstbeginns?
00:02:08: Ich glaube, dass meine Chefin die übrigens heute am Tag der Aufzeichnung ihren letzten Tag hat, vielleicht an dem Tag der Einschätzung und Urteilsbildung nicht den vollständigen Überblick hatte über alle möglichen Kandidaten.
00:02:22: Das könnte sein und würde mir auch einiges erklären aber es ist in der Tat eben so dass in diesen Schanierfunktionen einer Anzleitung zwischen politischem Wunsch und de facto Realität oft sehr viele Druckpunkte versteckt sind.
00:02:38: Unendlich viele Kandidaten und Kandidatinnen gäbe, die da hier schreien würden.
00:02:42: Wir haben sie jetzt als einen einzelnen Mann sitzen, Branddirektor in Frankfurt.
00:02:49: Aber Sie stehen nach großen Behörden vor.
00:02:51: Ich muss mir die Zahlen vor Augen führen.
00:02:54: Berufsfeuerwehr und Inkooperation mit freiwilliger Feuerwehr.
00:02:59: Thirteenhundert Menschen beschäftigt plus neunhundert Ehrenamtlichen.
00:03:03: wenn die Zahlen richtig sind wie müssen man sich so eine Institution vorstellen?
00:03:08: Das ist was ganz, ganz besonderes.
00:03:11: Denn die Freiwillige Feuerwehr ist nicht nur in Kooperation sondern ich bin sozusagen Kraftamtes auch Leiter der freiwilligen Feuerwehr.
00:03:18: D.h.,
00:03:19: die ganze Organisation fließt bei uns zusammen und wenn sie bei uns um ganz neudeutsch zu sprechen eine Dienstleistung abrufen in einem Notfall dann kommt die Feuerwehr und Sie würden nur als Fachmann anhand des Fahrzeugtypes vielleicht erkennen ist, dass freiwillige Feuerwehr der Berufsfeuerwehr.
00:03:38: Und das ist eine ganz tiefe auch deutsche Tradition dieses Haupt- und Ehrenamt so zu verbinden – und das macht uns natürlich extrem schlagkräftig!
00:03:47: Denn wir haben neben dem Ehrenamt der freiwilligen Feuerwehr ja auch noch nie riesige Jugendarbeit mit nochmal sechshundert Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren, also eine Rieseorganisation die auch nie Feierabend hat.
00:04:00: Wir hatten jetzt Das ist eine große Leistung und dieses Amt schläft nie.
00:04:22: Und folglich bin ich auch immer mit einem Teil meiner Aufmerksamkeit im Geschehen der Stadt irgendwie
00:04:27: verhaftet.".
00:04:31: Einzigartige Kooperation von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr.
00:04:35: Ist die so alt wie die Berufs-Feuerwehr selber oder hat sich das erst später entwickelt?
00:04:38: Es gab am Anfang sehr viel Rivalität, also wer sozusagen der, der den Lied hat in dem ganzen System... Und da gibt es auch an manchen anderen Städten in Deutschland aktuell immer noch ein bisschen Spannung.
00:04:47: Wir haben in Frankfurt einen sehr guten Weg und sind da übrigens auch ein Stück weit im Aufbruch weil wir das Ehrenamt benötigen um das zu bauen was eine alle Munde ist nämlich Resilienz.
00:04:57: Ehrenamt in unserem Job ist nichts anderes als ein Fähigkeitsspeicher.
00:05:00: Das heißt, wir speichern Kapazitäten und Fähigkeiten im Bereich Branden- schutztechnische Hilfeleistungen und können das als Gesellschaft in der Spitze, also wenn eine Großlastphase kommt sofort abrufen.
00:05:11: Und es sind hocheffiziente Systeme wo wir übrigens auch international extrem beneidet werden.
00:05:15: Dieser Punkt mit der Kombination aus Ehrenamten und Berufsfeuerwehr den finde ich ungemein spannend.
00:05:21: Den wollen wir nachher noch vertiefter mit ihnen erörtern, auch unter der Frage die sie schon angerissen haben.
00:05:28: Was bedeutet das eigentlich unter dem Thema Führung?
00:05:31: Weil ich auch so gedacht habe eine gewisse Rivalität könnte da durchaus denkbar sein.
00:05:35: Das letzte Stichwort was sich vor die Klammer ziehen wollte ist einfach das Berufsbild Feuerwehrmann.
00:05:41: also jeder kennt den Feuerwehr Mann von Kindesbeinen an dass es eigentlich wahrscheinlich für alle Jungs irgendwo ein Traumberuf.
00:05:47: aber können Sie uns mal einen kurzen Überblick geben was das berufsbild heute alles umfasst?
00:05:52: Und sind Frauen vielleicht auch schon drin?
00:05:54: Also, wir haben Frauen.
00:05:55: Das ist eine ganz heiße Diskussion und die, die wir haben, sind sehr erfolgreich.
00:06:00: Es bewerben sich zu wenige.
00:06:02: Wir würden gerne mehr nehmen aber es ist einfach noch zu wenig junge Damen da, die sich das vorstellen können.
00:06:08: Ähm...wir müssen sich das vorstellen!
00:06:11: Sie müssen sich so ne Organisation wie bei uns vorstellen.
00:06:16: So ein bisschen wie in Konzern.
00:06:17: Jeder hat das Feuerwehrauto vor Augen fährt durch die Stadt gibt irgendeinen Einsatz Feuer, die berühmte Katze, die es in der Praxis fast nie gibt.
00:06:24: Aber irgendjemand hat sich das mal überlegt so als die Feuerwehrautor.
00:06:27: und die stehen da irgendwie im Feuerwehraus und warten nur... Die Kunst ist ja das, vierundzwanzig sieben drehundundfünfensechzig Tage zu ermöglichen.
00:06:33: Das heißt Sie müssen sich auf Ausfälle- und Störungen aller Art vorbereiten.
00:06:38: wir sind eine Vorhalteorganisation.
00:06:40: unsere Leistung ist der Einsatz natürlich aber eigentlich immer die Bereitschaft den nächsten auch noch abarbeiten zu können.
00:06:47: Und wir haben da Spaten von einer großen Akademie, wo hunderte von Menschen jedes Jahr ihre Ausbildung machen.
00:06:52: Wir haben eine Technik-Auteilung die jeden Tag Fahrzeuge und Materialeinkäufe beschafft prüft.
00:06:58: Wir haben Werkstätten, wir haben eine riesige IT-Abteilung.
00:07:01: Alles auf Frankfurter Ebene mit allein vierzigfünfzig Leuten in der IT um diese ganze Leitstellensystematik.
00:07:07: Da ist ganz viel... Also ohne IT läuft da gar nichts mehr am Laufen zu halten.
00:07:10: Wir haben eine Abteilung die kümmert sich im vorbeugenden Brandschutz und bevor es brennt sind Gebäude eigentlich also die auch dann.
00:07:16: wir prüfen Brandschutz sicher, um es mal vereinfacht zu sagen.
00:07:20: Also in Flucht- und Rettungswerke die Hochhäuser gucken wir uns an Wir gucken in weit über tausend von Liegenschaften jedes Jahr mal rein Und schauen ob da sozusagen die Gefahr für Hütungsscharl Ob alles sicher ist aber alles den Vorschriften entspricht.
00:07:33: Und diese Organisation Ist im Prinzip immer in Action.
00:07:37: Ich hätte jetzt auch wahrscheinlich noch den Punkt genannt, auch das Thema medizinische Vorsorge.
00:07:41: Medizinscher Rettungsdienst ist ja sicher auch eine unglaublich große Fähigkeit, die Sie abdecken müssen?
00:07:46: Wir
00:07:46: sind Rettungstienstträger,
00:07:48: d.h.,
00:07:48: verantwortlich für den Rettingsdienst und Teil machen wir selbst.
00:07:51: Wir haben sogar einen Hubschrauber, den wir besetzen mit einem Notfassinitäter von uns.
00:07:55: Die Polizei fliegt denen, der Notarzt kommt aus der Klinik ... Und eine riesige Einsatzplanung,
00:08:00: d.]
00:08:00: h., also die ganze taktische Analyse-und Vorplanung läuft da unter die Katastrophenschutzbehörde.
00:08:05: Das alles ist auch Feuerwehrm in Frankfurt!
00:08:07: Und dann gibt's natürlich den klassischen Beruf auf der Feuerwache.
00:08:10: Das sind die Damen und Herren, die sozusagen Feuerwehrmänner, Feuerwehrfrauen, die einsatzbereit auf dem Feuerwachen sind und auf den nächsten Einsatz warten.
00:08:18: Da ist natürlich noch mal eine ganz andere Perspektive als ob sie in das was wir Fachabteilungen nennen zu Hause sind.
00:08:23: Und deshalb es gibt es den Beruf des Feuerwehrmanns-Frauens, den gibt es gar nicht mehr, das sind teilweise hochspezialisierte Menschen aber eines vereint sie alle, alle die eine Uniform tragen machen Einsatzdienst auch ich mach das noch einem Wochenende den Dienst tun, auf dem nächsten Einsatz warten.
00:08:40: Für mich ist es eher selten dass ich mal ausrückig muss an ihr in die Leitstelle und sozusagen von hinten führen wie wir das nennen.
00:08:46: Das bringt dann doch irgendwie alle zusammen und macht auch so einen gewissen Berufsstolz.
00:08:51: Ja Team und Leadership wird auch noch ein Thema sein was wir auch noch erörtern wollen.
00:08:56: Intervention tatü tatar das was man sieht und hört das ist das was eigentlich verhindert werden soll.
00:09:02: deswegen ist Prävention vorgängig mindestens genauso wichtig vorher gemeint zu verstehen.
00:09:09: Sie haben gesagt, glaub ich, Vorhalten oder so ähnlich vordenken.
00:09:13: Es müssen mehrere Katastrophen auf einmal passieren dürfen und die Feuerwehr muss auch bei der zweiten und dritten noch mit Leistungen da sein und nicht alle Kräfte, alle Eier in Einkauf legen, alle Kräft an einer Stelle bündeln.
00:09:25: ist das so?
00:09:26: Wir denken immer durch Stadt in der Lage, dass sie mal eine Zahl und Gefühl haben.
00:09:30: Haben sie ein Gefühl?
00:09:31: wie viel Feuerwehreinsätze gibt es denn so im Jahr?
00:09:35: Nee null!
00:09:36: Habe ich keine Fantasie für.
00:09:37: Drei am Tag?
00:09:39: Wir haben sieben Tausend Feuereinsätze, sieben tausendechnische Hilfeleistungen also sagen wir so knapp fünfzehntausend Einsätze klassisch Feuerwehr und im Rettungsdienstbereich haben wir hundertsechzigtausend Einsätzen pro Jahr.
00:09:51: das heißt wir haben eigentlich in der Stadt immer irgendwie Einsätze die parallel stattfinden.
00:09:55: das heißt unser Auftrag ist es Diese Lage, wie wir das nennen zu managen, Ressourcen zu verschieben immer am Puls zu sein.
00:10:03: Dieses Stadt hat nie den Zustand, dass gerade nichts passiert.
00:10:06: und das heißt eigentlich ist es immer dieses System an Funktionieren zu halten damit überall ausreichend Ressources sind.
00:10:13: Wir haben auch Kennzahlen, das kennen Sie vielleicht aus anderen Sektoren also so K-Performance Indikatoren Das nennt sich bei uns Hilfsfristereichung.
00:10:20: Wir müssen nach zehn Minuten an Einsatzstelle sein und wir müssen Ressourcen so strukturierend vorhalten, dass wir das immer gewähren auch wenn zwei, drei, vier, fünf Einsätze parallel sind.
00:10:28: Weil Sie eben Katastrophenschutzrettungen nicht alleine tätig sind sondern mit anderen Organisationen brauchen sie ja Partner die auf ihrem Niveau von Organisationen sind damit das zusammen klingt ist das
00:10:40: so?
00:10:40: Der ganze Bevölkerungsschutz und die Feuerwehr hat eigentlich ihren Ursprung im militärischen Bereich.
00:10:46: Und wie macht man das da?
00:10:48: Man hat viele Menschen, die man in Einheiten unterteilt und diese Einheiten können sie zusammenbauen wie Legosteine.
00:10:53: Je nachdem, wie Sie es benötigen.
00:10:55: So haben wir in der Feuerwehr Grundschutzeinheiten.
00:10:58: Da gibt's dann Einsatzführungsdienste, die das dann führen.
00:11:01: Dann baut man das immer weiter zusammen genau so, wie das sozusagen benötigt wird.
00:11:05: Das gibt natürlich genau ... Wir nennen das Schlagkraft, die benötig wird um in solchen Ereignissen handlungsfähig zu sein.
00:11:11: Und Dealsorganisationen, die im Katastrophenschutz sind Die folgen auch einen ganz klaren Konzept, wie Einheiten strukturiert sind.
00:11:19: Wie die durchhaltefähig sind und welche Leistungen erbringen können.
00:11:22: Das bauen wir eben lagerabhängig zusammen.
00:11:25: zum Baukastensystem.
00:11:27: Sie haben bei Ihrer Ernennung vor anderthalb Jahren die Euphorie so ein bisschen gebremst und haben gesagt es liegt sehr viel Arbeit vor Ihnen Und das gäbe viele kritische Baustellen zur gleichen Zeit.
00:11:39: Da würde ich gerne nochmal kurz darauf zurückblicken.
00:11:43: Nehmen Sie es nochmal mit in die Zeit, als sie diese Aussage getätigt haben vor anderthalb Jahren.
00:11:48: um was für Baustellen ging's da.
00:11:51: Wir haben jetzt ja schon mal einen sehr guten Einblick bekommen wie komplex die Aufgabe ist.
00:11:55: und erlauben Sie mir so ein bisschen die zynische Nachfrage Die Frankfurter Feuerwehr steht aber nicht in der Tradition der deutschen Bahn Und der Bundeswehr.
00:12:06: dass wir hier einen Riesen Stau an Innovation haben
00:12:09: Nein, das tut sie mit Sicherheit nicht.
00:12:11: Aber wir kommen aus sehr schwierigen Randbedingungen.
00:12:15: Wenn ich nochmal die zweiten Stück weit zurückdrehe haben wir alle im Kopf dass wir Probleme im Gesundheitssektor haben und das heißt im Wesentlichen... Ich zähle mal so ein zwei Faktoren auf.
00:12:27: Hausärzte sind schwierig zu finden Die Kliniken sind auch an der Lastgrenze Und ein Stück weit diese Versorgung vor Ort alles was so präklinisch ist Dass man an Arzt nach Hause kommt, eigentlich fast keine Ressource fanden.
00:12:42: Dann haben wir eine andere treibende Kraft in der Gesellschaft im urbanen Raum.
00:12:47: die würde ich so mal unter der Überschrift Einsamkeit zusammenfassen.
00:12:51: Die Menschen haben weniger soziale Netzwerke und was macht ein Mensch, der krank wird?
00:12:55: Der Hilfe braucht kein Arzt hat keinen Atok findet.
00:12:59: irgendwann wählt er die Einsatz zu Und der Rettungsdienst Stichwort Vorhalteorganisation der kommt und ist dann da.
00:13:09: Und das führt dazu, dass natürlich wenn solche Systeme in Schieflage gehen also ihre Leistung nicht mehr erbringen sich Menschen die ihren Bedarf und teilweise auch nur einen Bedürfnis haben.
00:13:20: Das ist ein großer Unterschied dann irgendwann Systeme abrufen die eben leistungsfähig sind und der Rettungsdienst muss da sehr viel abkompensieren.
00:13:28: Dann ist es so, dass der Rrettungsdienste in großen Teilen auch einen sozialen Auftrag hat.
00:13:33: das war schon immer so.
00:13:34: Aber oft ist es so, dass aufgrund mangelnder Selbsthilfefähigkeit der Rettungsdienst auch zu Dingen gerufen wird, die eigentlich dann im Ubakat hell einsetzen.
00:13:44: Das ist ein schwieriges Wort weil der Bürger, die Bürgerin hat ja Hilfe nötig aber er wählt das falsche Instrument oder wir als Gesellschaft geben ihm dann die falsche Antwort nämlich in hochgerüstem Rettungswagen.
00:13:56: Die Einsatzzahlen sind dort nach den Corona-Zeiten teilweise explodiert.
00:14:02: Dreihundert, vierhundert Telefonate Notrufe am Tag gerüstet.
00:14:06: Dann hatten wir teilweise siebenhundert am Tag.
00:14:09: Extremste Belastungsspitzen im Bereich Personal.
00:14:11: Extremst die Belastungsspitzen in den Bereich Rettungsdienst.
00:14:15: Wir hatten einen Stellenmangel also auch keine perspektive Personal aufzubauen.
00:14:20: Das hat dann intern natürlich zu sehr viel Unmut gesorgt und viele Kolleginnen Kollegen haben dann die Berufsvorherbe verlassen Und sind natürlich hoch ausgebildet.
00:14:27: zu anderen Dienststellen Die natürlich Händering gesagt haben ja super!
00:14:30: Wir kriegen fertig ausgebilde des Personales Frankfurt Das alles ist so ein kaskadierende Effekt.
00:14:35: Wir haben jetzt mit sehr viel Arbeit, interne Kommunikation und politische Arbeit – da waren wir das ja erfolgreich – stellen Personal-, Ausbildungsprogrammen, sodass wir das jetzt stabilisieren.
00:14:44: Aber wir mussten jetzt im Sommer feststellen mit der Hitzewelle gleiches Problem extremst die Spitzen dem Rettungsdienst während der Hitzer.
00:14:51: Und es ist eine so eine Baustelle, die uns extrem natürlich Schwierigkeiten... Dann kommt jetzt die Ukraine-Krise dazu.
00:14:59: Wir haben im Prinzip eigentlich im Zivilschutz in Deutschland bei Null, es war nach dem Ende des Kalten Krieges und das hätte ich damals übrigens auch unterschrieben.
00:15:10: Ich mache da niemanden vor, wofür alle Strukturen irgendwie aufgelöst und müssen wieder kriegstüchtig werden.
00:15:16: Und da gehört die Abschreckung dazu, auch im zivilen Segment wenn es zum Fall X kommt handlungsfähig zu sein... Dazu.
00:15:23: Jetzt haben wir da allerdings von der inneren Methodik so ein Stück weit das System, dass wir das aus dem Kalten Krieg rausdenken.
00:15:28: Es gibt Krieg oder Frieden und diese hybride Situation dazwischen – die haben wir weder juristisch im Sinne von ordentliche Betriebszustände wie der Staat und diese Gefahrenabwehr funktioniert nicht geregelt.
00:15:39: Das Mindset Ausrüstung, Taktik, Organisation, da haben wir noch einen Riesenschritt vor uns….
00:15:44: Das ist auch ein treibender Kraft, was extrem viel Komplexität in so eine Organisation bringt.
00:15:48: So und das sorgt dafür dass wir sozusagen extremste Druckpunkte in unserer Organisation hatten und haben.
00:15:54: einige haben ja jetzt schon gelöst.
00:15:55: aber es ist nicht so dass wir jetzt ab morgen sozusagen mal überlegen könnten was wir tun sondern die Agenda ist eigentlich klar gesetzt.
00:16:03: Diese Riesenaufgaben brauchen gebündelte Leitungsqualität an der Spitze damit sie sich jetzt nicht viel selber loben müssen.
00:16:12: Wie sieht das denn aus?
00:16:14: Welche Art von Führung ist nötig, um mit so schwierigen Punkten zurechtzukommen nicht nur nach mehr Geld und Stellen zu jammern sondern die Ressourcen innerhalb der eigenen Organisation aufzuspüren.
00:16:25: Das was noch verbessert werden kann ein Punkt haben sie schon genannt also mir kam es jetzt nicht mehr aktuell vor die Friktionen zwischen Freiwilligen und Berufsfeuerwehr Leuten das scheint sowie überwunden zu sein.
00:16:39: Aber wie führt man, um die zusammenzukriegen und die Eigenheiten beider Gruppen auch zu berücksichtigen?
00:16:46: Erzählen Sie uns doch ein bisschen von Führung.
00:16:49: Ich hatte das Glück damals relativ dicht mit meinem Vorvorgänger Professor Reinhard Ries und meinem Vorgänger Karl-Heinz Franck zu arbeiten und konnte allein schon durch das Beobachten viel lernen.
00:17:03: Das ist eine Chance, die hat nicht jeder!
00:17:05: Die muss man natürlich auch nutzen und sich das anschauen.
00:17:07: Das heißt, ich hatte relativ früh die Chance zu verstehen wie das System funktioniert.
00:17:13: Und wir brauchen eigentlich – und das ist ja die Feuerwehr nicht alleine, es ist eine Wirtschaft überall so – Wir haben ja in der Ausbildung immer gelernt wenn ich ein großes Problem habe zerlege ich das in viele kleine Probleme und dann arbeite ich da sequenzial ab.
00:17:26: Das ist auch der nachführende Grundsatz, wie man an einer Einsatzstelle führt.
00:17:30: Wie einen Führungsvorgang funktioniert also eine Führungsausbildung operativ da ist Dadurch, dass wir in dieser extrem komplexen Welt leben und Komplexität hat zwei Kernkriterien oder Eigenschaften.
00:17:42: Das ist alle Themen und Probleme sind hochvernetzt – also an Wechselwirkungen.
00:17:47: Und die Situation ist hochdynamisch.
00:17:49: Also dafür ändern sich jeden Tag irgendwelche Variablen.
00:17:52: So was muss eine Organisation können um in diese Welt leistungsfähig zu sein?
00:17:56: Sie muss eigentlich in der Lage sein viele Probleme zeitgleich zu lösen!
00:18:02: Und jetzt kann man ja von Führung im Prinzip sagen, also alles durch einen Kopf und dann morgens stehe ich auf und du machst das.
00:18:10: Dann läuft das.
00:18:11: sie müssen eigentlich die Selbstwirksamkeit so ein Stück weit aktivieren.
00:18:15: Das heißt, Sie brauchen ganz viele Menschen, die Lust an Wirksamkeit haben und die müssen sich so synchronisieren dass sie nicht gegeneinander sondern miteinander arbeiten also gar nicht böswillig gegeneinde aber sie müssen über Ziele
00:18:29: über Wirkzustände,
00:18:30: die sie definieren arbeiten und dafür sorgen dass jeder sozusagen seinen Beitrag leisten kann mit der höchsten Form von Autonomie.
00:18:40: Das heißt so ein Stück weit selbst regulierend unterwegs sein.
00:18:44: Da gibt es Systeme wo man sowas abgucken kann.
00:18:46: ich sage nur einen Stichwort das wird aber ganz ein bisschen Spacey ne?
00:18:49: Das nennt sich Viable System Model.
00:18:51: Stafford beers kommen aus der Kybernetik was so selbstorganisierende Systeme sind.
00:18:56: Und je höher die Form von Selbstorganisation ist, desto besser ist es.
00:18:59: Das heißt sie brauchen nachgeordnete Führungskräfte, die in klares Lageverständnis haben, ihren Auftrag erkannt haben, die Ziele verstanden haben und dann möglichst selbst organisiert die Dinge arbeiten.
00:19:10: Und da haben wir Gott sei Dank ein Führungs-Team bei uns jetzt mittlerweile aufgebaut wo ich sehr viele Menschen habe, die genau in dieser Art und Weise extrem wirksam sind.
00:19:19: sonst würde das nicht funktionieren.
00:19:21: Und im Prinzip sage ich mein Job, das so zu stimulieren dass es in die richtige Richtung geht.
00:19:26: Dass diese Wirksamkeitserfahrung da ist und dass wir so eine innere Identifikation mit der Aufgabe, mit der Organisation, mit dem Stadt, mit den Menschen haben.
00:19:35: Dass dieser Energie, die notwendig ist auch investiert wird.
00:19:38: Das geht aber nur... wenn sie ein Team haben, was diese Eigenschaften irgendwie anstrebt und verinnerlicht.
00:19:44: So einen Team hat man nur ... Wenn man an der Spitze einer Organisation steht, wenn man selber Spaß daran hat, dass es andere Leute auch gut können, dass die gelobt werden, dass sie mal ins Fernsehen kommen oder so und nicht mit einer nazistischen Grundverfassung alles immer auf die eigene Person geschrieben haben.
00:20:02: Was gut funktioniert bei der Feuerwehr ist immer Kuchenmitter also das Geld viel über gemeinsam essen.
00:20:07: Aber gerade wollte ich sagen, das ist ein Beeindruck des Führungsverständnisses.
00:20:12: Das muss ich wirklich sagen, es ist glaube ich auch sehr modern wie Sie das zum Ausdruck gebracht haben.
00:20:19: Ich würde trotzdem nochmal gerne verstehen wollen... ...das Ehrenamt ist ja trotzdem ein bisschen anders strukturiert und wahrscheinlich auch motiviert Ja?
00:20:29: Es ist teilweise ein sehr harter Dienst.
00:20:31: Der eine wird dafür bezahlt und schluckt dann vielleicht mal durch.
00:20:34: Und sagt, naja es ist halt mein Job!
00:20:36: Aber das Ehrenamt ist ja doch ein bisschen anders motiviert... ...und sie müssen ja beide Gruppen mitnehmen auf die Reise und auf ihre Prinzipien einschwören.
00:20:48: Das sind auch trotzdem wahrscheinlich unterschiedliche Welten um die's da geht.
00:20:53: Also wissen Sie, ich sag manchmal Ein Feuer brennt genauso heiß, egal ob Ehrenamt die Freiwillige Feuerwehr kommt oder das Hauptamt.
00:21:02: Und wir kommen in Deutschland aus der Situation, dass die Feuerwehr in Deutschland eigentlich eine freiwillige Feuille ist.
00:21:08: Es gibt einenhundert vier, einhundert acht, meine ich als Berufsfeuerwehren in Deutschland und der einzige Grunde Berufsfäuhe einzuführen – weil dies nämlich wahnsinnig teuer.
00:21:17: Berufsfuhe wäre es unendlich teuer, weil Personalteuer ist.
00:21:21: Ist eigentlich ein Grund, das ist die Frequenz, dass das Ehrenamter einfach nicht mehr leisten kann, die Menge an Einsätze Und es ist ein Stück weit vielleicht auch hier und da die Spezialisierung.
00:21:30: Viele, viele unserer Kolleginnen und Kollegen im Hauptamt kommen aus der Ehrenamt- Tradition.
00:21:35: Die haben so mal angefangen.
00:21:36: von daher gibt's da einen Selbstverständnis.
00:21:41: Wenn man ordentlich miteinander umgeht und offen sagt was sind die Stärken des Einsystems?
00:21:46: Was sind die stärken des anderen Systems?
00:21:48: Und nichts sagt weil die dann wie ich und weil jetzt die schon ungerecht ja das System nicht vergleichbar.
00:21:54: Das muss man einfach akzeptieren.
00:21:56: und was glaube ich wichtig ist, dass man sich immer wieder klar macht.
00:22:04: Unser Erfolg und unsere Energie ziehen wir aus Ergebnissen und nicht aus dem Management von Privilegien, Zuständigkeiten, Fahrzeugen.
00:22:16: Nichts schweißt Menschen so sehr zusammen wie gemeinsame Ergebnisse erzielen.
00:22:20: Und ich glaube, das schlimmste Zustand wäre – es hört sich jetzt blöd an wenn wir einfach jetzt zehn Jahre keine hochkomplexen Einsätze hätten.
00:22:28: Weil dann beginnen Menschen ihren Fokus zu verschieben.
00:22:30: Solange die Stadt uns so beschäftigt haben wir wenig Zeit uns über solche Dinge auseinanderzusetzen.
00:22:37: Traumhaft für mich als Kirchenmensch dass man vor allem über Ergebnisse zusammengeführt und zusammengehalten wird und also Erfolge.
00:22:46: weiß ich nicht ob man das so nennen darf Aber wenn man es gut macht, will ich mal sagen.
00:22:51: Einsatzerfolg
00:22:52: ist bei
00:22:52: uns Stichwort.
00:22:55: Das macht mir Spaß!
00:22:57: Eines will ich noch dazu legen bei Leadership Quality Zuschauer, Zuhörerinnen und Zuhöhrer... Ich fange nochmal an die, die uns zuhören sehen sie nicht aber Peter Smiths und wir sehen sie und sind ersichtlich fit Ist der körperliche Faktor von Führung, spielt das eine Rolle?
00:23:17: Also dass sie nicht nach hundert Metern die Zunge raushängen haben.
00:23:19: Sondern mitkommen auch physisch.
00:23:24: Das ist natürlich jetzt hier in so einem Podcast ein Stück weit auch ... Ich sag mal, da lässt man die Seele ja nicht ganz raus.
00:23:31: Aber man muss schon klarmachen, in so nem Job wurde ich aber von beiden Vorgängern auch wirklich intensiv beraten und gebrieft.
00:23:38: Übrigens auch meine Frau Das ist so eine Funktion, was mit einem macht.
00:23:43: Weil sie werden unauflösbare Probleme in sich hineinnehmen die Sie auch nie lösen können weil das sind im klassischen Sinne Dilemata also unlösbare Zustände.
00:23:54: sie können sich immer nur entscheiden.
00:23:57: Halt muss ich nachfragen wo passiert das?
00:23:59: Also Triage Dinge dass sie
00:24:01: gar nicht im Einsatz sondern Erwartungen von Menschen von Karriere wegen von Möglichkeiten von ich sag mal wie Prozesse ablaufen von Wünschen, dass andere Partner irgendwas einsehen möge und ich derjenige bin, der diese Einsicht herbeibringt.
00:24:18: Oder Ressourcenwünsche, die nicht erfüllbar sind oder all diese Dinge.
00:24:22: Oder zum Beispiel ganz viel, das wir durch bürokratische Regeln wissen was das Richtige wäre?
00:24:27: Wir wissen was notwendig wäre!
00:24:29: Wir sind sogar moralisch überzeugt, dass es das Richtig wäre.
00:24:32: aber bürokratische regeln uns diese Maßnahmen nicht erlauben.
00:24:37: Das sorgt für ganz viel Frust Irgendwann ich aushalten und diese Funktion verlangt dann sozusagen eine unheimlich psychische Resilienz.
00:24:47: Und da gibt es zwei Dinge oder drei Dinge, das eine sagt jeder und das möchte ich jetzt so normal machen.
00:24:53: Ich habe drei Kinder.
00:24:53: die sind jetzt alle ein bisschen auch in der Pubertät.
00:24:55: Das heißt ist zu Hause nicht immer ein Spaß.
00:24:58: Ich mache teilweise hier Krisenmanagement und auch Privatkrisen-Management.
00:25:01: Das ist so Vierundzwanzig Sieben.
00:25:04: Aber was natürlich hilft, ist eine Familie, die intakt ist, in der nicht alles immer glatt läuft.
00:25:08: aber das gibt so eine Orientierung und Halt.
00:25:10: Das ist wichtig, aber ich meine es nicht so im Sinne von Entspannung sondern so Orientierung im Leber.
00:25:15: Das Zweite ist dass sie da auch körperlich versuchen irgendwie sich fit zu halten und nicht aus Stress anfangen eine ganze Tag Süßigkeit zu essen in Verlockung also die Möglichkeit um die Verlockungen wären da.
00:25:28: Und was drittes ist was extrem in unserer Organisation wichtig ist und außenstehende oft irritiert ist unsere Humor Also auch an der Einsatzstelle Und ich möchte es ja gar nicht wiedergeben, weil es außenstehende Wirken nicht formulieren.
00:25:39: Da ist manchmal schon ein sehr humorresker Ton in Situationen wo man sich von außen sehr wundern würde warum wir da jetzt irgendwie so eine witzige oder humorreske Perspektive auf dieses Problem haben.
00:25:51: Aber Herr Röck muss ich ganz klar sagen das finde ich ist eine großartige Fähigkeit von Leuten wenn sie kritische Situation auch mal durch Lachen auflösen können Einfach weglachen.
00:26:01: Das ist eine großartige Fähigkeit, auch im Zwischenmenschlichen das mal zu können.
00:26:05: Das heißt ja nicht verlachen aber das heißt einfach mit Heiterkeit auch mal in der Situation begegnen.
00:26:10: und also das finde ich großartig wenn sie diesen Spirit auf Wachen kultivieren können ne?
00:26:15: Also bei uns wir kriegen oft das Feedback dass wenn wir... Wir bilden bundesweit aus das heißt kommen viele Auszubildende Beamtinnen zu uns die sagen immer geben uns immer ein Feedback in Frankfurt es sind sehr herzliche Feuerwehr bei der viel gelacht wird Und das, wie Sie sagen, ist eine positive Eigenschaft.
00:26:31: Sich selbst da nicht immer auch zu erhöhen, sondern mal so einen Schritt zurückzugehen und sagen naja wir ordnen uns mal ein.
00:26:36: Es ist auch eine große Hilfe wenn man tätig ist ja nicht jeden Tag mit Katastrophen aber doch eigentlich immer in existenziellen Situationen.
00:26:44: gerade da hilft das viel dass man sich nicht die Last der Welt, die man ja beruflich dann sowieso ein bisschen tragen muss Auch noch der Psyche auflastet und den ganzen Tag mit Sorgen gefeuchter Stirn rumläuft.
00:26:55: Das sind sie ein gutes Beispiel dafür.
00:26:57: Wie gesagt, wir sehen Sie hier auch und können bestätigen dass das so stimmt.
00:27:03: Herr Röck, Sie hatten vorhin das schon angesprochen Ihre Aufgabe ist eigentlich die komplexe Fragestellungssicherheit Auch in Zusammenarbeit mit anderen Diensten.
00:27:14: Sicherheit ist das absolut elementare menschliche Grundbedürfnis Und es eigentlich die Basis auf der unser Leben und unsere Freiheit gestalten.
00:27:26: Und dieses Narrativ ist ja durchaus ins Wanken gekommen, Sie haben es vorhin angesprochen.
00:27:32: Es gibt Krisen, es gibt die Ukraine.
00:27:35: also mich hat ihre Aussage wirklich sehr nachdenklich gemacht dass sie gesagt haben das Thema Ukraine und auch Ertüchtigung der zivilen Sicherheit is eine Frage der Resilienz.
00:27:46: Also dieses Narrativ ist ja ins Wanken gekommen, sie liefern aber Sicherheit.
00:27:50: wie gehen damit um.
00:27:52: Und wie geben Sie Ihren Kollegen sozusagen Konzepte an die Hand, um mit diesem vielleicht dieser Angstreaktion der Bevölkerung oder auch mit der enttäuschten Erwartungen nach Sicherheit umzugehen?
00:28:05: Denn das ist ja die Aufgabe, die sie liefern müssen!
00:28:08: Also ich glaube wir müssen feststellen unabhängig ob jemand im Bereich Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei und Bundeswehr also alle zusammen dass wir eine riesigen Enttäuschung gesellschaftlich gerade erleben.
00:28:24: Nämlich eigentlich diesem Versprechen einer Friedensgewissheit in der Zukunft, das war fast schon eine Gewissheit.
00:28:33: und jetzt merken wir Das ist nicht so.
00:28:38: Und jetzt gibt es verschiedene Muster damit umzugehen.
00:28:42: Es gibt so die einen Da kann's gar nicht schnell genug mit Militarisierung gehen.
00:28:47: Es gibt ganz auf der anderen Ende dass man sagt ach wenn er nur Frieden will dann kriegt man das auch hin.
00:28:52: Man muss es nur ausreichend wollen können alle mal zwei dazu oder mehrere, je nachdem schwierig.
00:28:58: Und da gibt es so in der Mitte was?
00:29:00: So ein kleineres Feld die sagen ja wir sollten uns schon damit auseinandersetzen vernünftig vorbereiten und dann müssen einfach mit der Welt umgehen wie sie ist.
00:29:07: Es gibt auch einen anderen Teil der sagt ich möchte eigentlich am liebsten gar nichts wissen.
00:29:11: Ich verdräng das so aus meinem Leben dass ich schalte das Radio aus ich wechsel die Sendung ich lese es in der Zeitung nicht und wie auch immer Und wenn ich auf Podien oder in anderen Veranstaltungen spreche über das Thema, dann komme ich eigentlich genauso auf diese vier Muster zurück.
00:29:27: Die bittere Erkenntnis aus meiner Erfahrung ist die es gibt nur einen Weg damit umzugehen.
00:29:32: Es gibt nur EINEN Weg!
00:29:34: Das will auch noch sagen bei uns in der Organisation.
00:29:38: Gibt's da durchaus jetzt nicht nur nüchterne klare Reaktionen sondern auch gefühlige Reaktion?
00:29:46: Angst, Unverunsicherung und Verdrängung gibt´s auch bei uns.
00:29:51: Aber der Mensch hat, glaube ich aus meiner Beobachtung für den Dingen am meisten Angst je abstrakter die Gefahr ist.
00:29:59: Das was sich nicht greifen kann wenn diese irgendwie vielleicht und ich kann es auch gar nicht beschreiben das macht uns glaube ich so ein Stück weit echt nervös.
00:30:07: Wenn wir uns das mal in einen Szenario runterbrechen Was könnte passieren?
00:30:12: Und was würde ich dann machen?
00:30:13: und was müsste ich jetzt tun damit ich da handlungsfähig bin und einmal geschützt?
00:30:18: Das machen wir übrigens fast jeden Tag die die Auto fahren, machen das.
00:30:22: Und was ist die Kompensationshaltung für?
00:30:24: Schneiden uns an?
00:30:25: Und versuchen wir es in den Verkehrsregeln zu halten.
00:30:27: Das ist ein ganz anderes Thema im Frankfurter.
00:30:29: Rote Ampeln und Fahrradfahrer.
00:30:30: Ist das eine Idee oder eine Empfehlung oder eine Verkehrsriegel?
00:30:35: Wir müssen einmal rational durch diesen Prozess durch.
00:30:38: Was könnte passieren?
00:30:39: Was heißt mit mir zu tun?
00:30:40: Wie kann ich mich vorbereiten?
00:30:42: Wenn man das einmal macht, dann stellt mir irgendwann fest ... Ich kann ja etwas tun!
00:30:46: Ich bin nicht ohnmächtig.
00:30:47: Ich habe keine völlig ausgelieferte Handlungsgrundlage.
00:30:50: Und wenn man das einmal tut, dann kann man da relativ auch ich sage mal nicht entspannend aber mit Zuversicht in die Zukunft gehen.
00:30:57: Und letztendlich bleibt immer der Satz üben wir müssen über eine strukturierte Vorbereitung bei diesem Themen-Hybride-Bedrohung oder Krieg oder allem eigentlich durch diese Vorbereitungen und diesen vernünft getriebene Umgang mit dieser Sache dieses Szenario den Schrecken nehmen.
00:31:12: Wenn wir das schaffen dann kann kein Mann in Moskau oder sonst wo durch wilde Interviews uns irgendwie nervös machen weil wir einfach wissen wir sind bereit.
00:31:20: Sie werden ja auch nicht heute Abend nervös, weil wir Ihnen vielleicht eine Kühlschrank anfangen können.
00:31:23: Sie wissen, ich habe Rauchmelder und notfalls kommt die Feuerwehr.
00:31:26: Und das reicht doch aus!
00:31:27: Wir haben Lebensrisiken sobald wir auf der Welt sind... ...und das ist kein anderes als ein anderes Risiko.
00:31:31: Das hat nur ganz mächtige Bilder, das hat so ganz viel Erzählung, es hat ganz viele Geschichte,... aber eigentlich glaube ich, können wir mit wenigen Maßnahmen und ich finde auch mit überschaubar Geld da sehr viel besser und routinierter und entspannter werden?
00:31:45: Das
00:31:46: ist der eine Weg von dem sie gesprochen haben also... Konkretisieren, elementarisieren.
00:31:51: Auseinanderfalten, anschauen, üben...
00:31:53: Genau und dann passt das!
00:31:54: Und wenn Sie sich das mal überlegen zu Hause?
00:31:57: Sie haben jetzt zweiundsebzig Stunden mit kein Strom.
00:32:00: Das ist so ein Grundszenario.
00:32:02: Ich brauche was zu trinken.
00:32:03: Ich brauch bis zu etwas zu essen.
00:32:05: Ich sollte meine Nachbarn einmal kennenlernen weil wir den werde ich dann zu tun haben.
00:32:09: Weil die sind die Ersten, die Nächsten sozusagen.
00:32:12: Und dann gucken wir mal, wie wir das da hinkriegen.
00:32:13: Da eine kann was kochen und notfalls kann ich auch noch etwas essen bei mir.
00:32:17: Weil es ruhig wird und nicht jeder sofort was zu tun hat, haben wir vielleicht auch eine gute Flasche Rotwein zu Hause stehen.
00:32:22: Die trinken wir ganz entspannt.
00:32:23: Dann nimmt das Szenario einem sofort in Strecken als wenn ich jetzt einen Roman lese oder Hollywood-Film, wo dann sofort Rauchwolken über der Stadt und die Plünderungen und alles stürzt ein ... Menschen sind viel vernünftiger in der Krise, als wir uns das vorstellen.
00:32:38: im Allgemeinen?
00:32:39: Das stimmt allerdings!
00:32:40: Brauchen Sie um die Panik zu bändigen, die dann in einem aufsteigt.
00:32:44: Man braucht andere Menschen mit denen zusammen man das tun kann und deswegen ist Einsamkeit davon haben sie vorher gesprochen.
00:32:50: Es ist ein Risiko für die Eindämmung von Risiken.
00:32:54: Macht die Leute verrückt wenn Sie nur mit sich selber beschäftigen?
00:32:58: Mit dem Smartphone und im Internet.
00:33:00: Also Einsamheit ist wirklich ein Treiber und einer der negativen Aspekte von Organisierung.
00:33:05: ich selbst wundere mich da immer Wenn ich durch die Stadt fahre und ab und zu mal von der Kunst mit der U-Fünf zur Hauptfeuerwache hier, also Giesener Straße Egemarbachweg.
00:33:14: Da gibt es ja auch jetzt die Feuerwehrhalterstelle Feuerstraße.
00:33:17: Die ganze Stadt ist voll mit jungen Menschen!
00:33:20: Und trotzdem berichten mir neue, junge Kolleginnen und Kollegen.
00:33:23: Es ist so schwierig jemanden kennenzulernen hier.
00:33:25: Für mich ist das totaler Widerspruch.
00:33:26: also ich habe immer den Eindruck, ich muss doch aktiv einen anderen Menschen aus dem Weg gehen um ihn man kennen zu lernen.
00:33:30: aber wir haben da wohl irgendwie ein Defizit eine Individualisierung, eine Einsamkeit die dann daraus folgt.
00:33:35: und das ist schon ein Problem übrigens auch ein Problem im Bereich Personalbindung.
00:33:40: Niemand bleibt unserer Dienststelle so lange treu oder es ist so gut solange treu wenn jemand da irgendwie Familie gründet und sich hier heimisch werden lässt.
00:33:50: Also Ihre Ausführung, absolut dem ist überhaupt nichts hinzuzufügen waren ja schon fast die Ausführungen eines Politikers mit Blick auf die Gemeinschaft.
00:34:01: Mich würde jetzt nochmal interessieren was geben Sie Ihren Kollegen an die Hand?
00:34:06: Wie schaffen sie es diese Botschaft, die Sie gerade hier formuliert haben dem einzelnen Kollegen an Die Hand zu geben als vielleicht kleine Handlungsmaxime in der Auflösung von Situation vor Ort, wo er Hilfe leisten muss.
00:34:23: Weil dort ist ja vielleicht nicht immer so viel Vernunft vorhanden zu sagen... Ich kann das alles auflösen, ich muss die Dinge durchdenken.
00:34:31: Also da ist ja der Kollege Atok gefordert eine Krisensituation zu lösen?
00:34:35: Das ist ja so ne andere Situation also die eine Perspektive isch wirklich des Resilienz-Szenario und wir haben jetzt hier ne Großschadenslage Und wir müssen ganz viele Kollegen heranziehen und ich sage immer im Streichshaus so vorbereiten dass eure Familien mal drei Tage ohne euch auskommen können.
00:34:51: Das ist auch bei mir zu Hause so, da ziehe ich mal ein bisschen den Unmut meiner Kids.
00:34:55: Ich würde am liebsten so zweimal im Jahr eine kleine Röcksche Katastrophenschutzübung mit mir zuhause machen.
00:34:59: Da erzählen wir meine Kinder dann was wie die da Bock haben darauf und vor allem warum nicht?
00:35:05: Aber zumindest haben wir damals so ne Grundausrichtung gemacht.
00:35:08: Und das ist so der eine Strang.
00:35:09: Das andere ist wenn sie jetzt ad hoc zu einsetzen kommen in Milieus oder Situationen in der jetzt vernünftiges Handeln irgendwie nicht an der Tagesordnung ist.
00:35:20: Und da muss man sagen, das ist wirklich heute Teil der Ausbildung vor allem im Rettungsdienst.
00:35:25: Wie gehe ich mit diesen Situationen um?
00:35:27: Weil für uns ist ja der Herzinfarkt, der Verkehrsunfall all diese Dinge sehr alltag.
00:35:32: Also wenn Sie mal ein paar Jahre bei der Feuerwehr sind haben sie ganz viel gesehen und da bringt sich auch so schnell nichts aus so Ruhe Aber natürlich das Gegenüber.
00:35:41: Für den ist es vielleicht die schlimmste Situation im Leben Und als Mensch, wenn Sie aus der Alltagssituation herausgehen und dann da gefordert werden.
00:35:53: Da kommt wirklich das Innere und auch alles was an Ängste und Verunsicherung da ist nach außen.
00:35:58: Und da muss man mit umgehen.
00:35:59: Das löst man über Kommunikation, über Ansprache, über Ruhe, über Kompetenzaustrahlung, überall die Dinge.
00:36:05: Und das wird heute eben als Teil der Ausbildung gelernt schon sozusagen aber von Anfang an.
00:36:11: Auch vielleicht das, was Sie vorher beschrieben haben nämlich dass wenn Bedürfnisse keinen echten Bedarfen entsprechen, das heißt sie für Pille-Palle in Anspruch genommen werden.
00:36:22: Dass man dann nicht austickt und sagt warum stießt du mir hier die Zeit während anderer Leute mich wirklich brauchen?
00:36:28: Auch mit Menschen die Bedürfnisse haben muss man ja fair umgehen ist manchmal schwierig.
00:36:34: Also wenn man erkennt dass jemand einfach hilflos ist würde ich jetzt mal sagen werden alle Kolleginnen und Kollegen ihre Hilfe leisten, aber vielleicht auch eine kleine Aufklärung machen wie wir beim nächsten Mal verfahren.
00:36:47: In der Summe ist das allerdings ein Phänomen was mir große Sorge macht weil die Menschen im Rettungsdienst werden ja nicht gerufen und dann ist man dankbar von der Unterstützung, weil oft ist es so dass diese Leistungen Rettungstienst sagen ja auch das ist ne Dienstleistung.
00:37:04: vielleicht war das mal irgendwann falsch das zu sagen weil das hört sich so nach er müssen Lieferdienst an.
00:37:09: Das ist aber was anderes.
00:37:10: Wir haben da eine hochheitliche Aufgabe, die wir sozusagen als Staatsbürger uns gegenseitig zur Verfügung stellen.
00:37:17: Das ist ein ganz anderer Blick darauf.
00:37:19: Dienstleistung ich bezahle, kriege eine Leistung im Redungsdienst.
00:37:22: das ist nicht so und das macht etwas mit Kolleginnen und Kollegen wenn sie merken dass sie in stückweit missbraucht werden ausgenützt werden.
00:37:32: Wenn von oben herab ich zahl Steuer Ich sage hier mal was du für mich machst So wenn diese Denke reinkommt Da entsteht Wut.
00:37:39: Und dann merken wir natürlich, dass wir ein Daseinsvorsorgestaat sind der sozusagen dem Bürger extrem viel Macht gegeben hat.
00:37:47: Was er erst mal gut ist.
00:37:49: aber wenn man halt merkt das diese Seite mit dieser Freiheit nicht ordentlich umgeht sondern diese Eichmis braucht aus ganz verschiedenen Motiven heraus Dann entsteht da sowas was schon ein Stück weit Unzufriedenheit auslöst was auch eine gewisse Wut auslöst.
00:38:04: Und wenn sie jetzt mal abseits der Feuerwehr, wir machen ja den Brandschutz- und Rettungsdienst aber wenn Sie mal in reinen Rettungsthins gehen, Organisationen die nur Rettungen fahren da ist die durchschnittliche Arbeitsvorwälzeit von einem Notfallsanitäter ich glaube mittlerweile kleiner sechs Jahre.
00:38:18: das heißt Die meisten bleiben weniger als sechs Jahre in diesem Dienst
00:38:23: und dann ist man durch
00:38:24: und dann machen die weiß anderes.
00:38:26: und Das ist für mich wenn jemand so aus dem Job raus will es gibt immer Fluktuation.
00:38:31: Aber das zeigt, dass da irgendwie diese Wirksamkeitserfahrung und diese positive Energie, die man ja eigentlich aus Einsätzen so rausnehmen sollte, ein Stück weit ins Negative getrieben wird.
00:38:41: Und dann haben wir einen riesen Thema.
00:38:42: Ich habe Politiker oft gesagt – wenn sie bei uns ganz vielen zu tun aus Land, Kommune, Bund, Europa wie auch immer – gerade der Rettungsdienst geht in alle gesellschaftlichen Milieus vom Milliardär bis zum Leistungsempfänger, aller Herkunft.
00:39:04: Egal wo, jeder braucht Entretungsdienst und wenn wir sagen da passieren verschiedene Dinge sind da... Da bewegt sich was in eine ungute Art und Weise dann ist es immer so.
00:39:13: ein Frühindikation eigentlich.
00:39:16: Und wie merken das?
00:39:19: Das in unserer Gesellschaft dieser Gedanke von Wir konsumieren staatliche Leistungen Und es ist im Prinzip ein ökonomisches Verhältnis und kein staatsbürgerliches Verhältnis.
00:39:30: Es ist ein Riesenthema, und in einem Strich muss man vielleicht sagen haben wir aus Staatsbürgern und Konsumenten gemacht?
00:39:36: Das ist benachbarter an einem anderen Thema was Peters Mehl zu mir gerne ansprechen möchten.
00:39:40: Wir müssen's eigentlich ja auch ansprechen das Phänomen dass Feuerwehrleute eben Einsatz angegriffen werden das macht mich immer noch fassungslos.
00:39:49: also ich Ich habe überhaupt keinen Zugang dazu, wie so was möglich ist wenn jemand eine Waffe trägt.
00:39:54: Also für den Gewaltmonopol besitzenden Staat steht auch mit der Dienstpistole ist ja vielleicht nochmal etwas anderes.
00:40:01: Aber ein Ersthelfer oder einen Feuerwehrmann, der Brände löscht anzugreifen... Wie gehen Sie denn damit um?
00:40:10: In der Leitung aber auch die Kollegen.
00:40:12: Das ist ganz ganz schwierig weil das ist eins diese Probleme, was ich vorher geschildert hab, die ich nicht auflösen kann.
00:40:18: und Man muss auch da bevor man dazu eine Tese, die dann vielleicht zu irgendeiner Maßnahme führt ganz genau hinschauen.
00:40:31: Es war in Frankfurt auch schon früher so dass zum Beispiel rund um den Bahnhofsbereich oder einen Taunusanlagen wo die Drogen abhängig waren schon immer Gewalt im Rettungsdiensten Thema war.
00:40:42: Das Wort aber ist so, dass natürlich wenn da Gewalt im Spiel war sich vielleicht die Besatzung im Rettungsdienst auch noch ich sag mal so ganz plump irgendwie mal gewährt haben.
00:40:49: Da war noch kein Smartphone, gab es noch keine.
00:40:52: was denkt ein dritte beobachtende Person darüber?
00:40:55: ob das gut war möchte ich mir gar nicht an diskutiere.
00:40:57: eine ganz andere Baustelle.
00:40:59: Wir haben jetzt zwei Effekte.
00:41:01: Die Gewalt ist immer noch da.
00:41:03: wir haben ja aber auch ne Generation Wenn sie aus einer vernünftigen Erziehungsarbeit kommt relativ gewaltlos erzogen wurde.
00:41:12: Das heißt, wenn ich jetzt schaue was bei uns auf dem Schulhof noch los war und wenn ich es mit meinen Kids jetzt vergleiche da gibt's eine Veränderung.
00:41:19: Also Gewalt ist wirklich aus dem Alltag sozusagen eigentlich verbannt.
00:41:25: Das heißt kommt jetzt ne Generation die auf das gleiche Phänomen trifft und dann natürlich anders reagiert.
00:41:29: Das ist mal der eine Part.
00:41:32: Der war schon immer da!
00:41:35: Der andere Part ist der dass Gewalt auf einmal an Stellen kommen wo sie es überhaupt nicht erwarten geben.
00:41:40: Beispiel gaben Einsatz Rettungsdiensteinsatz, Notfall mit einem Kind gestürzt.
00:41:45: Muss nicht was die Sachlage ist.
00:41:48: Familienpapa ruft Notruf an.
00:41:51: Fahrzeug kam an der macht die Tür auf greift dem Rettungssanitäter oder war so notfallsanitäter sozusagen gleich einen Hals wirkt den zieht im ausm Auto mach jetzt was kommst du zu späten also in dem Vorwurfzonen.
00:42:04: da schon die Frage Was ist dafür eine Idee dahinter?
00:42:09: Warum ist auf einmal Gewalt dort möglich?
00:42:11: Und man muss einfach feststellen, dass es Bereiche gibt in denen Menschen aufgrund ihrer Erziehung, Sozialisierung diese Idee von Gewalt ist zu verpönen.
00:42:22: Das Recht der Stärkeren wenden wir nicht an.
00:42:24: Scheinbar irgendwie abhandengekommen ist.
00:42:27: und das noch Bittere ist, dass wenn so was passiert jeder sich sofort dahinter versammelt und sich empört.
00:42:33: ich stelle nur fest Wir haben de facto keine wirksamen Werkzeuge um diesen Phänomen so richtig zu begegnen.
00:42:40: Weil es beginnt aus der Situation des Uneinständigen und da sind wir halt noch nicht im Berecht des Rechts, wenn alles was vor dem Recht läuft also das Unpöbelhafte die Unkooperation Da haben wir im Prinzip keinerlei Werkzeuge Und haben doch im Gegenteil eine Garantenpflicht dass wir Die jetzt als Staatsdiener in die Einsatzstelle kommen sozusagen Pflichten für jemand der in so einem Verhältnis zu unsteht und sich so benimmt sogar nur von denjenigen Schutzfunktionen übernehmen müssen.
00:43:08: Das ist wirklich eine hoch-extreme Spannungssituation, die auch innerhalb der Organisation zu sehr viel Frust führt und ein Stück weit zu Wut führt.
00:43:16: Weil diese Ohnmacht in diesem Phänomen macht natürlich was mit Menschen.
00:43:19: Ohnmarkt ist immer ein ganz schlechtes Basisgefühl, was Menschen triggert.
00:43:25: Ich würde sagen das geht ja auch weit über das, was Sie vorhin sagten so die Konsumentenhaltung.
00:43:31: Der Staat muss liefern – das fehlende staatsbürgerliche Verständnis.
00:43:36: was ich finde, man beobachten kann.
00:43:40: Es wird gar nicht differenziert zwischen den staatlichen Organen, Herr Zuells sagte naja also jemand der eine Waffe trägt und das Gewaltmonopol verkörpert da könnte man vielleicht noch anders sehen.
00:43:51: aber diese Differenzierung wird ja gar nicht vorgenommen sondern es gibt eine Form der Aggressivität gegenüber allen Arten von staatlichen Einrichtungen die aus meiner Sicht auch ein Stück weit damit einhergehen, dass eben gewisse Politiker ihr Heil darin suchen, Institutionen zu diffamieren.
00:44:12: Und dann führt das eben dazu, dass nicht mehr differenziert wird zwischen den Organisationen und in solchen Krisensituationen sehr uniform mit Anspruchsdenken oder mit Gewalt reagiert wird.
00:44:25: Weil man eben den Staat als solches quasi ablehnt oder treffen
00:44:29: möchte.".
00:44:30: Das ist so, ich glaube früher gab es einen Begriff der Autorität.
00:44:33: Autoritas.
00:44:34: Also das ist jemand, der im Prinzip gefragt wird und auf den man hört ohne dass der Formal jetzt Rechte hat.
00:44:39: Ist die Autoritet!
00:44:40: Und das hat man früher so Menschen beigebracht und ich glaube wir haben uns das alles abtrainiert... ...und wenn Teilen in so einer Notsituation dann jemand kommt, dann gibt es wirklich diesen Schiff zu also Respekt bekommt der der sozusagen sich das irgendwie verdienen muss.
00:44:57: Und Respekt, wie verdient man sich das?
00:44:58: Das ist auch eine schwierige Frage.
00:45:00: und dann beginnt da so was ganz Komisches ins Rutschen zu kommen.
00:45:04: Unsere ganze Systeme bauen halt darauf auf den kooperativen vernünftigen Bürger.
00:45:11: In großen Teilen muss man ja auch noch sagen – Ist das ja so!
00:45:14: Aber wir erkennen einfach das Phänomen dass das in Teilen erodiert.
00:45:19: Und jetzt ist die politische Antwort da drauf, die ich prinzipiell unterstütze.
00:45:23: Das natürlich am Strafmaß nach oben zu setzen und natürlich auch dadurch wie wir das Strafmass setzt, auch die Handlungsspielräume von Gerichte einzuängen.
00:45:30: also das gehört ja mit dazu.
00:45:33: Nur ich sage Ihnen das auch ganz ehrlich, wenn Sie an den Patienten sind und Sie machen irgendwie Ihre Maßnahmen am Patient und sie werden von hinten gedrehten und bespuckt.
00:45:40: Sie haben ja gar nicht die Kapazität zu gucken wer ist dahinter?
00:45:42: Und wenn es aus der Gruppe herausgeht und er verschwindet da sind wir wieder bei der Ohnmacht.
00:45:46: dann gibt's die Diskussion mit Bodycams.
00:45:47: also da kommt und da gibt es aber Argumente dagegen.
00:45:49: Das heißt man muss einfach feststellen dass sozusagen wie wir das angelegt haben in der ersten Idee der Rettungsdienst kommt und hilft oder die Feuerwehr, dass wir dabei ein gewissen Gruppen an Menschen die man auch nicht so wirklich eingrenzen kann, einfach dass diese gesellschaftliche Vertrag da aufgekündigt wurde.
00:46:06: Ja und sie sind alleine in dem Moment wo Sie angegriffen werden weil die Beiständer sich zurückziehen.
00:46:12: ich habe das erlebt Fahrgasse Silvesternacht.
00:46:15: wenn dann mit also Molotow Cocktails sind es ja nicht.
00:46:18: aber wenn mit Leuchtkörpern dann die Rettungskräfte angegriffene werden Dann kommen ja nicht andere friedfertige Bürger und sagen hast du ein Vogel lass doch die Leute arbeiten oder so sondern die weichen zurück.
00:46:29: dann
00:46:30: Klar, jeder möchte dem Ärger aus dem Weg gehen.
00:46:33: Und letztendlich gibt es ja eine ... Wenn man sagt was ließt da eigentlich dahinter?
00:46:35: Was ist denn so der große Trend eigentlich die treibende Kraft?
00:46:39: Dann muss man schon feststellen dass das so eine schleichende Dehumanisierung könnte man das vielleicht nennen.
00:46:45: Das ist ne Einsatzkraft, der kommt vom Start, so ne Feuerkörper oder Silvestrofeuer, das kann ich da abschießen.
00:46:52: Irgendwie so ein bisschen anonym, da steckt da gar kein Mensch irgendwie Und da gibt es irgendwie so eine Distanz.
00:46:57: Das sind für mich sehr gefährliche Tendenzer, wenn wir das jetzt mal auf die nächste zehn Jahre hochrechnen und sagen, dass wäre enttrennt, dann macht mich das schon sehr sorgenvoll.
00:47:07: Gehen Sie in Schulen?
00:47:08: Die Feuerwehr ist immer in Schulen!
00:47:10: Schon Tradition, also Brandschussaufklärung nennt sich das... Da kommen Kindergarten zu uns, da geht man hin.
00:47:16: Jedes Kind sollte eigentlich irgendwann mal Kontakt mit Feuerwehren haben.
00:47:19: Ja,
00:47:19: vielleicht weil das hilft ja schon manchmal wenn man das gemenschliche Gesicht hinter der E-Form dient.
00:47:23: Das machen wir aber schon seit, also ehemaliger Zeit schon immer sozusagen fast.
00:47:28: Noch
00:47:28: ein bisschen Grund um auf Frankfurt stolz zu sein.
00:47:30: Peter Smith.
00:47:31: habe ich vorher richtig gehört dass Leute aus anderen deutschen Städten und auch über Deutschland hinaus nach Frankfurt kommen um zu sehen wie hier die Feuerwehr organisiert ist?
00:47:39: so oder nicht?
00:47:41: Es steht eher so Management, wir haben eine ganz besondere Organisationsform wie wir da intern aufgestellt sind und da haben uns in der Vergangenheit, glaube ich, da sehr gut entwickelt.
00:47:52: Und jetzt war Frankfurt Jahre bekannt für besonders tolle Technik, sehr ausgefallene Technik – und jetzt machen wir den Schritt zurück!
00:47:58: Wir haben es gerade in eine neue Generation von Löschfahrzeugen im Dienst genommen und die sind jetzt Hochresilient-Fahrzeuge.
00:48:04: ganz einfach so wenig Elektronik wie möglich, nie das Schraubventil, kein Touchscreen also völlig unsexig wenn man sich das vorstellt.
00:48:11: aber das Ziel soll sein sie sollen immer funktionieren Weil wir durch je mehr komplexe Technik wir da einbauen, merken die sind immer mehr in der Werkstatt.
00:48:18: Immer komplizierter zu reparieren und ein gutes Feuerwehrauto ist eins was immer funktioniert.
00:48:23: Das heißt wir machen sozusagen den Rollback.
00:48:25: mal gucken wie das ob das auch anstrengend findet in der Fachwelt
00:48:28: Ja findet aber passt zur Gesellschaft die Entrenz die ich total vernünftig finde.
00:48:32: Vernunft nochmal.
00:48:33: zum Beispiel Verpflichtung von Produzenten, von Haushaltswaren die Reparabel zu machen.
00:48:38: Das sind ja auch Vereinfachungen und Elementarisierungen.
00:48:41: Und wenn sie es mit dem Feuerwehrauto genauso machen oder den Feuerwehrboot was ich mit Freude sehe dann am Main also ein Traum von einem Kinderspielzeug das Boot mit den vielen Blöschkanonen.
00:48:51: Unser ältestes Fahrzeug was wir haben kommt noch aus ich glaube irgendwann sechzigern.
00:48:55: Und das ist aber noch im Einsatz?
00:48:56: Das
00:48:57: ist noch im Einsatz und das wird jetzt aber eine Kooperation mit drei Bundesländern und da werden wir elf Boote bauen für NRW, Rheinland-Pfalz und für Frankfurt.
00:49:06: Und es wird in den Dreißigern abgelöst durch ein neues Boot.
00:49:09: Es gibt eine weitere Perspektive die meines Erachtens auch stark auf die Feuerwehr wirkt.
00:49:17: Sie haben sich dazu in der Presse auch anlässlich des Hitze-Sommers geäußert.
00:49:22: das ist das Thema Klimaveränderung was ja letztendlich auch sehr große politische Dimension hat und auch auf die Frage wirkt, wie muss sich das Verhältnis von Staat- und Bürgergesellschaft ändern?
00:49:38: Welche Vernunft ist gefordert im Umgang mit
00:49:40: Klimaveränderungen?".
00:49:42: Sie sind da mittendrin.
00:49:44: Und das ist ja vermutlich ein Riesenspannungsfeld, weil es gibt Leute, die haben dystopische Ängste und erwarten was völlig anderes.
00:49:53: Dann gibt's eben andere, die sagen, naja, das ist Teil des Wetters Mame Sommer gab es schon immer und sie stehen mittendrin.
00:50:02: Und müssen, wie jetzt in diesem Sommer unfassbare Großbrände mit enorm körperlichem Einsatz löschen?
00:50:10: Also ich glaube wir müssen uns erst mal als Gesellschaft klarmachen dass wird diese Parisen so Klimaziele nicht schaffen werden.
00:50:17: der Zug ist de facto aus meiner Sicht abgefahren und das erstmal.
00:50:20: die Erkenntnis Haken dran
00:50:22: er würde hin eingeschränkt recht geben.
00:50:25: Jetzt können wir lange diskutieren, wer schuld ist und ob das schlimm war oder wie auch immer.
00:50:30: aber wir müssen ja vernünftig damit umgehen Und keine Zukunft zu erwarten finde ich ist nicht zulässig als Mensch.
00:50:39: Wir müssen immer an einer guten zukunft arbeiten.
00:50:41: Also sozusagen jetzt kommt die dystopie.
00:50:43: also nicht die utopie sondern dystopi Das ist eine zulässige So.
00:50:49: der klimawandel ist für viele menschen glaube ich noch sehr abstrakt gewesen?
00:50:52: Oder ist es noch Für uns als Feuerwehr?
00:50:54: die Zunahme an Vegetationsbrandbekämpfung ist ein ganz klare Eidikator, der findet schon statt.
00:51:01: Wir können das in Einsatzzahlen bemessen.
00:51:03: also wenn Sie da so eine Kurve angucken wie lange wir in Frankfurt im Stadtgebiet ausrücken müssen zu so klassischen Vegetationsbränden dann sehen sie wirklich so fast einen exponentiellen Wert nur für Frankfurt.
00:51:11: ich rede jetzt noch gerade von den großen Ereignissen die wieder haben Als ich mit meiner Zeit bei der Berufsfeuhe wird es hier in Frankfurt anfegen.
00:51:19: Da hätte ich jemand gesagt, dass wir in Deutschland mal über Löschflugzeuge nachdenken.
00:51:23: Hätte ich gesagt ... Das sind so Träume rein!
00:51:26: Weil jemand Flugzeuge haben will und träumen weiter.
00:51:30: Jetzt mittlerweile ist das eine ganz klare Kiste.
00:51:32: Die Frage, wo stationieren wird die?
00:51:33: Wie groß sind die?
00:51:34: Wo mieten wir die Betreiber selbst
00:51:36: usw.?
00:51:36: Und das heißt, es wird passieren.
00:51:41: Was jetzt als Nächstes sozusagen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird ist die Hitze danach wahrscheinlich so Wassermangel und solche Dinge kommen.
00:51:49: Die Hitze gebe ich nun mal eine Zahl.
00:51:51: Ich habe es auch an anderer Stelle in den Medien gesagt Wir haben jeden Tag in Frankfurt ungefähr vier fünf Menschen, die wir Tod aus Wohnungen holen.
00:51:59: Sind wir wieder in Einsamkeit.
00:52:00: Mänten sterben, oft alte Menschen in ihrer Wohnung ... Da gibt's kein soziales Netzwerk, was das engmaschig kontrolliert.
00:52:07: und irgendwann ruft jemand Nachbar-Tochter oder Sohn, der bis zu weit weg wohnt an.
00:52:12: Ich erreich da jemanden nicht?
00:52:13: Oder ist seit zwei Tagen da drin?
00:52:15: Und ich seh den Nachbarn immer.
00:52:17: Ja, was passiert dann?
00:52:17: Die hoffen die Polizei!
00:52:19: Wir kommen dahin, schauen mal rein.
00:52:20: Wenn man nichts feststellt, brechen wir die Tür auf oder steigen durchs Fenster ein oder wie ja immer.
00:52:24: Da haben wir jeden Tag so drei, vier, fünf Leute.
00:52:27: Weil wenn sich das hilflose Person hinter der Tür, so ein Fachterminus ist eigentlich dann genau so ein Fall.
00:52:33: Während der Hitzeperiode dieser ersten Welle hatten wir jeden Tag so ungefähr vierundzwanzig fünf und zwanzig von diesen einsetzen.
00:52:41: Und das können wir natürlich jetzt medizinisch nicht davon der Daten klar zurückverfolgen.
00:52:45: aber natürlich allein der erste Anschein, Dachgeschosswohnung, Hitze ältere Menschen dihidriert kann man das natürlich schon da in Zusammenhang bringen.
00:52:53: Und das ist jetzt was ganz Neues, denn jetzt beginne ich wieder mal so aus systemischer Perspektive zu reden.
00:52:59: Wir haben immer unseren Rettungsdienst dafür designed, dass der einmal am Tag so sechs Stunden eine Spitze hat für einen sogenannten MANF.
00:53:05: Was heißt MANF?
00:53:06: MANF heisst Massenanfall von verletzten Busunfall.
00:53:10: Sie haben schlagartig dreißig vierzig fünfzig sechzig Verletzte.
00:53:13: Dafür ist es systemdesigned.
00:53:14: Jetzt haben wir da mehrere Tage mit extremen Einsatzspitzen, zwanzig Prozent mehr Einsätze pro Tag als eigentlich vorgeplant.
00:53:21: Das heißt wir haben gar nicht die Menge an Autos, gar nicht der Menge an Personal, an Köpfe keine Kapazitäten in den Klinik um diese Spitzen abzufedern plus das wenn sie bei vierzig Grad Rettungsdienst fahren dass ihr auch für das eigene Personal extremst anstrengend ist und deshalb ist gute Personalführung und ein gutes Miteinander wichtig.
00:53:40: weil jetzt endlich wird es diesen Sommer nur geschafft weil hier tausend zweihundert Leute bei der Berufsfeuerwehr, plus noch mal all die hunderten Mitarbeitern Hilfsorganisationen gesagt haben.
00:53:49: Wir übernehmen jetzt da Verantwortung und wir machen maximal Dienst also mehr als eigentlich so unbedingt zulässig
00:53:56: ist.".
00:53:57: Und dann haben wir das hinbekommen.
00:53:58: Wenn das jetzt das neue Normal wird, müssen wir unsere Systeme komplett umbauen und auf solche Peak-Oscillationen ist es natürlich schwierig.
00:54:05: Jetzt komme ich zu Sofustrationserlebnissen.
00:54:07: Wir haben eine Arbeitszeitverordnung relativ stark aus dem Büroarbeitsalltag gemacht und da gibt's Pausenzeiten, da gehts Randbedingungen ... Da kann ich nicht ... Ich sag mal in Klammer eigentlich dagegen Verstoße.
00:54:21: D.h.,
00:54:21: wir haben überall in der Gesellschaft Stoppregeln definiert.
00:54:25: Das geht nicht!
00:54:27: Und haben ganz viel Macht aus gewissen Perspektiven verteilt in Datenschutz, in Arbeitszeit und all diese Dinge.
00:54:32: Aber wir haben irgendwie vergessen auch Handlungsfähigkeit herzustellen, dass wenn wir jetzt genau so eine Situation sind, was machen wir denn jetzt?
00:54:38: Wer kann den jetzt abwägen?
00:54:39: ist es wichtiger das jemand elf Stunden Pause hat zwischen seinen zwei Schichten oder dass wir ein Rettungswagen vielleicht doch besetzen und noch zwei, drei Leute mehr bedienen können.
00:54:49: Ich dachte immer noch, dass das klar wäre auch denen die dann Sicherungsgesetze dieser Art also Arbeitsschutz, Datenschutz usw.
00:54:58: operationalisieren müssen dann gegen sie unter Umständen aber wenn Menschenleben gerettet wird nicht mehr?
00:55:04: Sie können natürlich übernehmen dann die Verantwortung und sagen wir machen das so Aber es ist juristisch so nicht da!
00:55:09: Sie haben ihn gesetzt Das werden sie wissen.
00:55:11: keine Betriebszustände Wir haben kein Gesetz, was heißt das ist so im Normalzustand?
00:55:16: Machen wir das so?
00:55:17: Krise.
00:55:18: Was immer das ist, machen wir es so und in Spannungsfall machen wir das auch so.
00:55:21: Also wir haben im Prinzip eigentlich alle bürokratischen Randbedingungen in Deutschland für den Frieden designt.
00:55:27: Und der hat immer drei Randbedinger.
00:55:29: Ich habe ausreichend Zeit, ich hab ausreichende Geld und ich habe ausreichen fachkompetentes Personal, was die ganzen Prozesse versteht und umsetzen kann.
00:55:37: Wenn eins von diesen drei Dingen fehlt kommen dieses System mit totalen Straucheln und das ist eine Ursuppe für alle Probleme, die wir eigentlich in der Bundesrepublik gerade haben.
00:55:45: Wir haben ganz oft in der Vergangenheit zumindest kein Ressourcenproblem gehabt, eher ein Koordinierungsproblem was aufgrund dieser Systematik
00:55:51: schwierig wurde.
00:55:52: Da fällt mir ja ein Interview ein, was ich am Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gelesen habe mit dem Oberbürgermeister von Offenbach, der genau dieses Problem beschreibt.
00:56:04: Ich löste es so, dass ich zu meinem Mitarbeiter sage.
00:56:06: Wenn ich das jetzt anders entscheide komme ich da eine Knast und wenn der sagt nee knast nicht dann machen wir's.
00:56:13: Das war nicht ein ganz schön pragmatischen Ansatz für einen Amtsträger.
00:56:17: Bürgermeister, darf das vielleicht sagen?
00:56:18: Ich würde das jetzt öffentlich zumindest ohne Zahre.
00:56:20: Aber ich sage mal in Risikoabwägung haben wir ja zumindest geübt.
00:56:24: Aber es ist natürlich auch der Anspruch einer Gesellschaft.
00:56:27: Wir brauchen doch Regeln und Randbedingungen die in der Praxis zu guten Ergebnissen führen Und nicht regeln einfach nur dass wir Regeln haben.
00:56:34: aber wir haben in Deutschland eine extremste Prozessverliebtheit.
00:56:38: Also der Prozess muss eingehalten werden.
00:56:43: Aber extremste Prozessverliebtheit.
00:56:44: Da setzt man jede Energie rein, jeder Schritt, jede Beteiligung – alles ist ganz wichtig.
00:56:48: und wenn da zum Schluss irgendein Käse rauskommt dann ist das auch egal.
00:56:52: Mein Liebster, mein Angstgegner sage ich immer noch ist vergaberecht.
00:56:56: also wie geben wir öffentliches Geld aus?
00:56:59: Also das Ziel war ja wirtschaftlich und offen normal.
00:57:03: Wir reichen eigentlich kein einziges Ziel außer dass wir viel Aufwand haben.
00:57:06: Da hat die Hessische Landesregierung jetzt Gott sei Dank reagiert und hat das, was im Bereich ihrer Möglichkeiten ist ausgeschöpft.
00:57:11: Und siehe da auf einmal sind wir viel wirtschaftlicher und auch wirksamer.
00:57:16: Das war echt gut!
00:57:17: Also ich wünsche mir als Frankfurter Bürger eine extremst ergebnisorientierte Feuerwehr,
00:57:25: auch
00:57:25: mir sagen kann, also nach allem was Menschen hinkriegen, fehlbar sind zu trotzdem.
00:57:31: Sie können sich auf die Feuerwehr verlassen.
00:57:33: Was wünscht sich die Feuerwehre und ihr Branddirektor denn von uns?
00:57:37: Also von Menschen, die mit Lebensrisiken, Lebensseite auf der Welt sind und die nicht loswerden?
00:57:43: Wie sollen wir mit unseren Sicherungsbedürfnissen umgehen?
00:57:47: Was wäre vernünftig auf der Bürgerseite?
00:57:52: Also vernünftig wäre, dass wir uns über ein paar Dinge einig wären.
00:57:56: Mein Wunsch wäre, das wir Einigkeit darüber hätten, wenn es die Chance gibt – ich weiß um all die Hürden des Beschlusses -, dass wir kein freiwilliges, sondern im Pflichtdienst ja einführen.
00:58:08: Das muss nicht den militärischen Segment sein, das könnte auch bei Unstadt finden in der Klinik oder bei einer sozialen Einrichtung, in der Arztpraxis und im Altenheim egal wo.
00:58:18: Jeder soll mal dieser Gesellschaft etwas geben.
00:58:22: Und die Perspektive einnehmen, wie wichtig es ist für etwas verantwortlich zu sein und einen Beitrag zu leisten?
00:58:29: Das wäre das eine!
00:58:29: Wenn man in diesem Jahr paar Grundkenntnisse erlangt – erste Hilfeausbildung so ein paar Basics – das wär gar nicht so verkehrt.
00:58:38: Das zweite was wir uns wünschen würden dass wenn Menschen sich engagieren möchten, die das auch gerne im Bereich des Katastrophenschutzes Bevölkerung Schutztes tun Und sagen hier, ich mach doch mal zehn, fünfzehn Jahre so nett verkehrt.
00:58:49: Ich werd mal Mitglied und mach da in so einem Betreuungszug im Sanitätszug und macht da Dienst und guckt mir das an und unterstützt da oder geht zu freiwilligen Feuerwehr egal wie.
00:58:57: Das wäre das eine.
00:58:59: Ein abstrakter Wunsch, der ist schwierig!
00:59:01: Wir müssen aufhören als Gesellschaft uns das Nullrisiko zu wünschen.
00:59:05: Was meine ich damit?
00:59:07: Zu sagen diese absolute Gewissheit Das ist ja dieses Petro-Prinzip, wenn Sie so Nullrisiko diese letzten paar Prozent um auf Null risiko zu gehen.
00:59:16: Die sind unendlich ressourcenintensiv und sie schaffen es eigentlich nicht.
00:59:20: D.h.,
00:59:20: wir müssen einfach akzeptieren dass es die bekannten Restrisiken gibt.
00:59:23: das ist einfach so.
00:59:24: Und aus der Ruhe heraus zu sagen bereiten wir uns auch auf so diese seventy stunden Stromausfall vor haben da was zu essen nach heim und all die ganzen Themen.
00:59:32: gibt's nette Broschüren Bundesamt von Bevölkerung schutzt jetzt ihre Werbeblock kann man sich alles downloaden haben die gut gemacht haben kann man sich alles anschauen und wenn jeder sich da so ein Stück weit mal vorbereitet, dann wären wir einen riesen Schritt weiter.
00:59:45: Und letzter Punkt lernen Sie Ihre Nachbarn kennen sprechen sie mit denen mal weil wenn die Not kommt werden das die Menschen sein mit denen sie außer der Feuerwehr wahrscheinlich als erstes zu tun haben.
00:59:55: Guter praktischer Rat können wir mitnehmen wie beiden Peters Mets und ich und können aber auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer mitnehmen.
01:00:02: damit kann man was anfangen?
01:00:04: Absolut!
01:00:06: Sie haben das vorhin schon an gesprochen und damit möchte ich dann auch den Podcasts und das Gespräch mit ihnen beenden.
01:00:13: Ich habe mich beeindruckt, wie Sie vorhin gesagt haben sie nehmen auch Themen mit nach Hause weil es gibt Dilemmata die nicht so leicht auflösbar sind.
01:00:23: in der Pressemitteilung der Feuerwehr Frankfurt stand als sie ernannt wurden Das Zitat da haben sie gesagt ich bin zuversichtlich Die Menschen können sich auf die Feuerwehr verlassen.
01:00:35: Geben Sie uns noch mal vielleicht einen Einblick in das Rezept, wie Sie es machen.
01:00:40: Mit diesem Dilemmater umzugehen auch mit dieser Verantwortung die sie da haben.
01:00:45: Denn das ist ja was, was jeder von unserem Alter kennt – mit Zielkonflikten und Verantwortlichkeiten, die von verschiedenen Richtungen wirken,
01:00:54: umzugehn.".
01:00:55: Also ich sehe es erstmal als Privileg, überhaupt so einen Job machen zu dürfen.
01:00:58: Ich habe mal auch schon gesagt und da stehe ich dazu – ich glaube das nächste schönere Amt nach dem Feuerwehrchef in Frankfurt wäre, glaub' ich, Papst!
01:01:06: Nächste Schöne erst,
01:01:08: ne?
01:01:08: Aber da bin ich weder qualifiziert noch geeignet.
01:01:13: Ich mache das wirklich gerne und das hat auch eine professionelle Komponente Und aus der Perspektive muss man das einfach betrachten.
01:01:21: Es gibt eine professionele Kompetenz damit umzugehen, so eine Perspektiv Und ich bin einfach durch viele Einsätze, durch viele Lagen und wirklich komplizierte Situationen die wir in Frankfurt schon hatten in den letzten Jahren.
01:01:35: Einfach überzeugt dass ich mich auf uns als Team, als Organisation verlassen kann mit all den Segmenten.
01:01:41: Es gab noch keine einzige Situation In meiner Dienstzeit wo wir keine Idee mehr hatten.
01:01:47: Da stimmt mir erstmal zuversichtlich.
01:01:49: Natürlich sieht die Zukunft düster aus aber wenn man mit alten Menschen spricht Die hatten auch immer diese Perspektive aus irgendeiner Richtung heraus.
01:01:57: Und wenn ich mit Menschen im internationalen Segment spreche, wir waren im Februar in der Ukraine... Also aus Ihrer Perspektiv haben wir keine Probleme!
01:02:06: Ja?
01:02:06: Ich bin im November, so wie es funktioniert in Israel zu einer Sicherheitskonferenz.
01:02:10: da gibt's ganz andere Probleme.
01:02:12: Das heißt man muss sich da auch ein Stück weit einordnen.
01:02:14: und was mich persönlich angeht aber das ist dann wirklich sowas ganz persönliches Bin ich auch Mensch der ein Stück weiter im Glaube verhaftet ist Und das ordnet ein doch in eine sehr lange Tradition von Menschen und Gedanken ein, wo man sagt die haben auch schon ganz andere Dinge überstanden.
01:02:32: Und daraus kann man ja auch Kraft schöpfen.
01:02:34: Ich glaube es ist ein gutes Stichwort, ein gutes Schlussort.
01:02:38: Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute für die Bewältigung der großen Aufgabe in der Zukunft!
01:02:45: Vielen Dank Herr Röck!
01:02:46: Danke schön!
01:02:54: Heute mit Markus Röck.
01:02:57: Abonnieren Sie uns gern und hinterlassen sie eine Bewertung, wenn Ihnen gefällt was Sie hören!
01:03:01: Die Ansagen in diesem Podcast wurden maschinell erzeugt.
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